... das sagenhafte
Werk des Monats März:
Sonnenrot von unserer Haupt-Seitenschöpferin
zho.
Anmutig hält sie das Kleid gerafft. Zartbeige schmeichelt es künstlerischer Grazie. Eine halbe Drehung, die Pirouette im Ansatz erstarrt. Leicht hält sie den Kopf geneigt. Unter halbgeöffneten Lidern funkelt es Azur. Kohlschwarz umrandete Augen, Kajalaufschlag.
Ihre Haare sind hochgesteckt, nur vereinzelt durchsetzt von flüssigem Chrom. Silbern reflektiert das Garn munter flirrende Lichtpunkte in den Raum. Eine einzelne Strähne hat sich aus dem Kunstwerk gelöst.
In Vollkommenheit gebannt verharrt sie dort. Wunderschön und Zeitlos. Nur ihr Arm, weiß und geschmeidig reckt sich aus dieser Symmetrie der Vollendung. Die Abendsonne streicht sanftes rot auf zartbleiche Haut. Schmale Finger strecken sich sehnsüchtig dem Horizont entgegen. Kristallenere Züge in der Bewegung, Hoffnung im Blick. Gefrorenes lächeln. Blaue Blicke. Glitzern. Funkeln. Augenblick.
Ein letztes Mal taucht er den Pinsel ins Sonnenrot, grazil verteilt er leichte Nuancen auf ihren zarten Lippen. Ein feines Geräusch, leise, matt, wischt den Moment fort.
Die marode Dielentür klappert leise im Schloss. In dem Zimmer riecht es muffig, nach Wachs, den schweren Duft von Farbe und Harz.
Er berührt mit den Fingerkuppen die körnige Leinenfläche. Er spürt ihre Hand, lächelt sanft, lächelt traurig, als sich Sehnsucht in seinen Blick legt. In ihren Augen ertrinken seine Wimpern. Einzelne Tränen benetzen seine Wangen, fallen hinab und ziehen obskure Schlieren über das Gemälde.
Es bleibt unvollendet.
Heute.